Meyer Werft: Überführung der Carnival Festivale
Wenn ein Kreuzfahrtschiff die Meyer Werft in Papenburg verlässt, gehört die Ems-Überführung zu den spektakulärsten Momenten für Schiffefans. Bei der Carnival Festivale ist das nicht anders: Der rund 344 Meter lange Neubau muss nach seiner Fertigstellung vom Werfthafen in Papenburg über die Ems in Richtung Nordsee gebracht werden. Vorbei an Weener und Leer führt die Passage zum Emssperrwerk bei Gandersum und weiter in Richtung Emden.
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Der genaue Termin für die Überführung der Carnival Festivale steht derzeit noch nicht fest. Die Meyer Werft gibt die Termine ihrer Emsüberführungen grundsätzlich erst kurzfristig bekannt, weil Wetter, Wind, Wasserstände und Tide zusammenpassen müssen. Die Ablieferung des neuen Carnival-Schiffes ist für das Frühjahr 2027 vorgesehen.
Aktuelle Position der Carnival Festivale
Wo befindet sich die Carnival Festivale aktuell? Wir haben für euch die aktuelle Schiffsposition der Carnival Festivale hinterlegt.
Wann wird die Carnival Festivale überführt?
Ein konkreter Termin für die Emsüberführung der Carnival Festivale wurde von der Meyer Werft bislang nicht veröffentlicht. Stand Mitte Oktober 2026 befindet sich das Schiff noch bei der Werft in Papenburg. Ende September 2026 wurde das Baudock erstmals geflutet und die Carnival Festivale schwamm erstmals auf. Dabei handelte es sich allerdings noch nicht um das eigentliche Ausdocken aus der Bauhalle.
Da die Ablieferung für das Frühjahr 2027 geplant ist und anschließend noch Probefahrten, Erprobungen und Arbeiten zur Fertigstellung notwendig sind, ist mit der Emsüberführung einige Zeit vor der Übergabe an Carnival Cruise Line zu rechnen. Einen belastbaren Tag oder Monat sollte man allerdings erst nennen, wenn die Meyer Werft ihren offiziellen Zeitplan veröffentlicht.
Selbst dann bleibt der Termin unter Vorbehalt. Die Werft weist ausdrücklich darauf hin, dass eine Überführung aufgrund von Wind, Wetter, Wasserstand und Tide noch kurzfristig verschoben werden kann.
Die wichtigsten Daten der Carnival Festivale
Die Carnival Festivale gehört zur großen Kreuzfahrtschiff-Plattform der Carnival Corporation und ist ein Schwesterschiff der 2023 in Papenburg fertiggestellten Carnival Jubilee. Nach Angaben der Meyer Werft ist der Neubau rund 344 Meter lang und 42 Meter breit. Die Vermessung liegt bei etwa 180.000 BRZ, die maximale Passagierkapazität bei mehr als 6.400 Gästen. Als Treibstoff ist LNG vorgesehen.
Damit gehört die Carnival Festivale zu den größten Schiffen, die von Papenburg aus über die Ems gebracht werden. Gerade diese Dimensionen machen deutlich, wie außergewöhnlich die Überführung ist: Ein Kreuzfahrtschiff mit einer Länge von mehr als drei Fußballfeldern bewegt sich dabei durch einen Fluss, der ursprünglich keineswegs für Schiffe dieser Größenordnung ausgelegt wurde.
So verläuft die Emsüberführung der Carnival Festivale
Der grundsätzliche Ablauf orientiert sich an den bisherigen Überführungen großer Kreuzfahrtschiffe der Meyer Werft. Besonders aufschlussreich ist die Carnival Jubilee, die als direktes Schwesterschiff im Oktober 2023 von Papenburg nach Eemshaven überführt wurde.
Damals führte die Strecke von der Meyer Werft zunächst durch die Dockschleuse in Papenburg, anschließend an Weener vorbei, weiter zur Jann-Berghaus-Brücke bei Leer, zum Emssperrwerk in Gandersum und schließlich an Emden vorbei in Richtung Nordsee. Die Carnival Jubilee erreichte anschließend das niederländische Eemshaven.
Für die Ems-Überführung gilt folgender vorläufiger Zeitplan (Bekanntmachung für Seefahrer), der sich entsprechend der Wetterbedingungen kurzfristig verschieben kann:
| Wann? | Was? | Wo? |
|---|---|---|
| Datum, Uhrzeit | Warteposition Meyer Werft | Papenburg |
| Datum, Uhrzeit | Passieren der Dockschleuse | Papenburg |
| Datum, Uhrzeit | Passieren der Friesenbrücke | Weener |
| Datum, Uhrzeit | Passieren der Jann-Berghaus-Brücke | Leer |
| Datum, Uhrzeit | Ankunft Emssperrwerk | Gandersum |
| Datum, Uhrzeit | Passieren Emden | Emden |
Dieser Zeitplan ist vorbehaltlich entsprechender Wind- und Wetterbedingungen sowie der Wasserstände in der Ems. Zeitverschiebungen sind auch kurzfristig möglich!
Die Carnival Festivale wird die Emsfahrt in Richtung Nordsee wieder rückwärts und mit Unterstützung zweier Schlepper zurücklegen. Diese Art der Überführung hat sich aufgrund der besseren Manövrierfähigkeit des Schiffes in den letzten Jahren bewährt.
Die Überführung der Carnival Festivale wird erneut vom Team der Lotsenbrüderschaft Emden durchgeführt. Die Emslotsen führen die Manöver bereits seit vielen Jahren durch. Das Team nutzt zur Vorbereitung modernste Technik für eine realistische Simulation der Emsüberführung in Wageningen (Niederlande).
Die Passage der Carnival Festivale über die Ems wird mit Unterstützung des Emssperrwerkes erfolgen. Die Dauer der Passage wird stets möglichst kurzgehalten, um die Schifffahrt auf der Ems nicht zu beeinträchtigen.
Warum fährt die Carnival Festivale rückwärts über die Ems?
Eine der auffälligsten Besonderheiten der Meyer-Werft-Überführungen ist, dass große Kreuzfahrtschiffe die Ems normalerweise mit dem Heck voraus hinunterfahren. Das wirkt zunächst ungewöhnlich, hat aber nautische Gründe.
Bei der Carnival Jubilee erklärte die Meyer Werft ausdrücklich, dass die Rückwärtsfahrt aufgrund der besseren Manövrierfähigkeit gewählt wird. Auch andere Neubauten wie die ASUKA III wurden auf diese Weise überführt.
Damit ist sehr wahrscheinlich, dass auch die Carnival Festivale ihre Reise von Papenburg zur Nordsee rückwärts zurücklegen wird. Die endgültigen Details werden normalerweise zusammen mit dem offiziellen Überführungsplan veröffentlicht.
Zwei Schlepper unterstützen das Manöver
Bei den großen Emsüberführungen wird das Kreuzfahrtschiff von Schleppern begleitet. Bei der Carnival Jubilee waren zwei Schlepper im Einsatz. Sie dienen vor allem der zusätzlichen Unterstützung und Absicherung bei den schwierigen Manövern auf dem engen Fluss.
Die entscheidende Arbeit übernimmt ein eingespieltes Überführungsteam. Die Lotsenbrüderschaft Emden begleitet die Neubauten der Meyer Werft bereits seit vielen Jahren über die Ems. Die anspruchsvollen Manöver werden zuvor mit moderner Simulationstechnik trainiert. Für die Carnival Jubilee bereitete sich das Team beispielsweise mit einer realistischen Simulation der Emspassage im niederländischen Wageningen vor.
Für die Carnival Festivale dürfte ein vergleichbares Verfahren zum Einsatz kommen.
Das Emssperrwerk spielt eine entscheidende Rolle
Ein Schlüsselbauwerk bei der Carnival-Festivale-Überführung ist das Emssperrwerk bei Gandersum. Es ermöglicht, für große Schiffsüberführungen geeignete Wasserstände auf der Ems herzustellen beziehungsweise vorhandenes Tidehochwasser besser zu nutzen.
Gerade der Tiefgang großer Kreuzfahrtschiffe macht eine präzise Planung notwendig. Zwischen Schiff und Flussgrund stehen während einer solchen Passage keine unbegrenzten Reserven zur Verfügung. Deshalb werden Wasserstand, Tide, Wind und Wetter genau aufeinander abgestimmt.
Auch die Carnival Jubilee passierte das Emssperrwerk bei ihrer Überführung 2023. Die Meyer Werft betont, dass die Dauer einer solchen Passage möglichst kurz gehalten wird, um die übrige Schifffahrt auf der Ems so wenig wie möglich zu beeinträchtigen.
Brücken werden für den Kreuzfahrtriesen geöffnet
Zu den besonders eindrucksvollen Abschnitten gehören die Brückenpassagen. Auf dem Weg von Papenburg zur Nordsee müssen mehrere bewegliche Brücken für das Schiff geöffnet werden.
Eine wichtige Stelle befindet sich bei Weener. Hinzu kommt die große Jann-Berghaus-Brücke bei Leer, deren beweglicher Teil für die Passage geöffnet wird. Für Zuschauer sind diese Bereiche interessant, gleichzeitig muss während einer Überführung mit Straßensperrungen, Einschränkungen und großem Besucherandrang gerechnet werden.
Wie knapp die gesamte Logistik getaktet ist, zeigte die Überführung der Carnival Jubilee: 2023 lagen zwischen der Passage der Dockschleuse in Papenburg und der Ankunft am Emssperrwerk rund elf Stunden. Erst später in der Nacht passierte das Schiff Gandersum und anschließend Emden.
Wo kann man die Überführung der Carnival Festivale beobachten?
Die Emsüberführungen der Meyer Werft ziehen regelmäßig zahlreiche Schiffs- und Kreuzfahrtfans ins Emsland. Besonders gefragt sind grundsätzlich Standorte entlang der Ems bei Papenburg, Weener, Leer und Gandersum.
Interessant sind beispielsweise die Bereiche rund um die Dockschleuse der Meyer Werft, die Ems bei Weener, die Umgebung der Jann-Berghaus-Brücke sowie öffentlich zugängliche Bereiche in der Nähe des Emssperrwerks Gandersum. Welche Bereiche bei der Carnival Festivale tatsächlich zugänglich sein werden, hängt allerdings von den behördlichen Regelungen und möglichen Absperrungen am Überführungstag ab.
Wer die Überführung sehen möchte, sollte deshalb nicht nur auf eine bestimmte Uhrzeit vertrauen. Bei den Emsüberführungen können sich die Zeiten noch am selben Tag verschieben. Die Meyer Werft empfiehlt, ihre aktuellen Meldungen auf der Website und in den eigenen Social-Media-Kanälen zu verfolgen.
Warum wird der Termin erst so kurzfristig bekanntgegeben?
Für Besucher ist das mitunter ungewohnt: Selbst bei einem seit Jahren geplanten Neubau kann der genaue Zeitpunkt der Überführung erst wenige Tage vorher feststehen.
Der Grund liegt in den besonderen Bedingungen auf der Ems. Nach Angaben der Meyer Werft bestimmen unter anderem Wetter, Wind, Tide und Wasserstände, wann eine sichere Passage möglich ist. Deshalb lässt sich eine Überführung nicht einfach auf einen publikumsfreundlichen Samstagnachmittag legen. Auch nach Bekanntgabe des Termins sind kurzfristige Änderungen möglich.
Wer eine Reise nach Papenburg ausschließlich wegen der Carnival Festivale plant, sollte daher möglichst flexibel bleiben.
Ausdocken und Emsüberführung sind zwei verschiedene Ereignisse
Häufig werden das Ausdocken der Carnival Festivale und die Emsüberführung miteinander verwechselt. Dabei handelt es sich um zwei eigenständige Schritte.
Beim Ausdocken verlässt das Schiff das überdachte Baudock der Meyer Werft und wird in den Werfthafen gebracht. Dort können anschließend weitere Arbeiten an der Außenhaut, technische Tests und Ausrüstungsarbeiten durchgeführt werden.
Die eigentliche Emsüberführung erfolgt erst später. Dann verlässt das Kreuzfahrtschiff Papenburg endgültig und fährt über die Ems in Richtung Nordsee.
Dass diese Unterscheidung wichtig ist, zeigte sich bereits Ende September 2026: Die Carnival Festivale schwamm nach dem Fluten des Baudocks erstmals auf, blieb jedoch weiterhin innerhalb der Bauhalle. Die offizielle Ausdockung stand zu diesem Zeitpunkt noch aus.
Nach der Emsüberführung beginnen die nächsten Erprobungen
Mit dem Erreichen der Nordsee ist der Bau der Carnival Festivale noch nicht abgeschlossen. Es folgen normalerweise umfangreiche technische und nautische Erprobungen. Dabei werden beispielsweise Antrieb, Navigation, Maschinenanlagen, Sicherheitssysteme und das Verhalten des Schiffes unter unterschiedlichen Bedingungen getestet.
Beim Schwesterschiff Carnival Jubilee führte die Emsüberführung nach Eemshaven. Anschließend absolvierte der Neubau seine technischen und nautischen Probefahrten, während gleichzeitig die Fertigstellungsarbeiten an Bord fortgesetzt wurden. Die Übergabe an Carnival Cruise Line erfolgte später in Bremerhaven.
Wie der konkrete Ablauf bei der Carnival Festivale aussehen wird, wird die Meyer Werft zu einem späteren Zeitpunkt bekanntgeben.
Von Papenburg nach Florida (USA)
Nach Abschluss aller Tests und der Übergabe beginnt für die Carnival Festivale ein völlig anderer Abschnitt ihres Lebens. Carnival Cruise Line will das Schiff in Port Canaveral in Florida stationieren. Dort soll es gemeinsam mit dem Schwesterschiff Mardi Gras eingesetzt werden. Die erste Saison soll im Mai 2027 beginnen.
Damit führt der Weg des neuen Kreuzfahrtschiffes zunächst nur wenige Kilometer über die Ems – anschließend aber über den Atlantik bis nach Florida.
Emsüberführung wird zum ersten großen Auftritt der Carnival Festivale
Für die Carnival Festivale ist die Fahrt von Papenburg zur Nordsee weit mehr als nur ein notwendiger Transport. Es ist der Moment, in dem der Neubau die Meyer Werft endgültig hinter sich lässt und erstmals außerhalb des Werfthafens in voller Größe zu sehen sein wird.
Gerade bei einem Schiff mit rund 344 Metern Länge wird die Passage wieder zeigen, welches technische und nautische Know-how hinter einer Emsüberführung steckt. Zwischen engen Flussabschnitten, geöffneten Brücken, Schleppern, Lotsen und exakt abgestimmten Wasserständen bewegt sich einer der größten Kreuzfahrtneubauten Europas langsam in Richtung Nordsee.





