Kreuzfahrtwissen von A bis Z
Was ist eigentlich eine BRZ? Warum spricht der Kapitän von Backbord und Steuerbord? Was passiert beim Tendern und weshalb muss jeder Passagier an einer Seenotrettungsübung teilnehmen? Rund um Kreuzfahrten gibt es zahlreiche Begriffe, Traditionen und Besonderheiten, die selbst erfahrene Kreuzfahrer nicht immer kennen.
Unser Kreuzfahrtwissen von A bis Z erklärt wichtige Begriffe aus dem Bordalltag, interessante Fakten aus der Geschichte der Seefahrt und einige kuriose Besonderheiten. Gleichzeitig räumen wir mit überholtem Kreuzfahrtwissen auf: Seit den Anfängen der modernen Kreuzfahrt hat sich viel verändert – neue Megaschiffe sind entstanden, alte Schiffslegenden verschwunden und selbst liebgewonnene Rekorde längst gebrochen worden.
A wie Ausschiffung
Die Ausschiffung ist das Gegenstück zur Einschiffung und bezeichnet das Verlassen des Kreuzfahrtschiffes am Ende der Reise. Auf großen Schiffen erfolgt sie üblicherweise gestaffelt. Koffer werden häufig bereits am Vorabend vor die Kabinentür gestellt und von der Crew zum Terminal gebracht. Wer sein Gepäck selbst transportieren kann, findet bei vielen Reedereien zusätzlich eine Express- oder Self-Assist-Ausschiffung. Damit kannst du das Schiff meist früher verlassen. Wichtig: Die angegebene Ankunftszeit eines Kreuzfahrtschiffes ist nicht automatisch der Zeitpunkt, zu dem alle Passagiere von Bord gehen können. Erst nach der Freigabe durch die örtlichen Behörden beginnt die Ausschiffung.
A wie Ankern
Nicht jedes Kreuzfahrtschiff kann in jedem Hafen direkt an einer Pier festmachen. Ist ein Hafen zu klein, zu flach oder bereits vollständig belegt, kann das Schiff vor der Küste ankern beziehungsweise auf Reede liegen. An Land geht es dann mit kleineren Booten. Dieser Vorgang wird als Tendern bezeichnet.
B wie Bordkarte
Die Bordkarte ist während einer Kreuzfahrt eines der wichtigsten Dokumente. Sie dient meist gleichzeitig als Kabinenschlüssel, Zahlungsmittel und Identifikationskarte. Beim Verlassen und Betreten des Schiffes wird die Bordkarte gescannt. Dadurch weiß die Crew, welche Gäste sich an Bord befinden und wer noch an Land ist. Immer häufiger wird die klassische Bordkarte durch Apps und digitale Funktionen ergänzt – vollständig ersetzen lässt sie sich auf vielen Schiffen bislang aber nicht.
B wie Bordguthaben
Bordguthaben ist ein Geldbetrag, der dem Bordkonto gutgeschrieben wird. Es kann beispielsweise Bestandteil eines Angebots, eines Reederei-Tarifs oder einer Reisebüro-Aktion sein. Je nach Bedingungen lässt sich das Guthaben beispielsweise für Getränke, Spa-Anwendungen, Spezialitätenrestaurants, Einkäufe oder Landausflüge verwenden. Eine Barauszahlung ist normalerweise nicht vorgesehen.
B wie Brauerei
Bierbrauen auf hoher See ist längst keine einmalige Kuriosität mehr. AIDAblu war das erste AIDA Schiff mit eigener Brauerei. Inzwischen wird auf acht Schiffen der Flotte direkt an Bord Bier produziert: AIDAblu, AIDAcosma, AIDAmar, AIDAnova, AIDAprima, AIDAperla, AIDAsol und AIDAstella. Eine Besonderheit ist das verwendete Wasser. Meerwasser wird an Bord mittels Umkehrosmose aufbereitet und anschließend für den Brauprozess entsprechend mineralisiert. Vom Schroten des Malzes bis zum Zapfen übernimmt der Braumeister die Herstellung direkt auf dem Schiff.
B wie BRZ
BRZ steht für Bruttoraumzahl und ist einer der wichtigsten Werte zum Vergleich der Größe von Kreuzfahrtschiffen. Anders als häufig angenommen beschreibt die BRZ nicht das Gewicht eines Schiffes. Vereinfacht gesagt handelt es sich um eine dimensionslose Kennzahl für das Volumen der geschlossenen Räume eines Schiffes. Deshalb können zwei fast gleich lange Kreuzfahrtschiffe deutlich unterschiedliche BRZ-Werte haben. Die größten Kreuzfahrtschiffe der Welt erreichen inzwischen knapp 250.000 BRZ.
C wie Check-in
Beim Check-in vor einer Kreuzfahrt werden Reiseunterlagen und Ausweisdokumente überprüft und die Voraussetzungen für die Einschiffung erfüllt. Viele Reedereien lassen inzwischen einen großen Teil des Check-ins bereits online oder per App erledigen. Am Terminal folgen Gepäckabgabe und Sicherheitskontrolle. Danach geht es über die Gangway an Bord. Gerade bei großen Schiffen werden Zeitfenster für den Check-in vergeben. Diese sollen verhindern, dass mehrere Tausend Passagiere gleichzeitig am Terminal eintreffen.
C wie Cruise Director
Der Cruise Director beziehungsweise Kreuzfahrtdirektor gehört bei vielen internationalen Reedereien zu den bekanntesten Crewmitgliedern. Er moderiert Veranstaltungen und koordiniert wesentliche Teile des Entertainmentprogramms. Bei deutschen Reedereien werden teilweise andere Bezeichnungen verwendet. Funktion und Sichtbarkeit an Bord unterscheiden sich ebenfalls von Reederei zu Reederei.
D wie Dresscode
Smokingpflicht und Abendkleid gehören auf vielen modernen Kreuzfahrtschiffen der Vergangenheit an. Wie elegant es an Bord zugeht, hängt allerdings stark von der Reederei ab. Während AIDA oder Mein Schiff überwiegend einen legeren Kleidungsstil pflegen, gibt es bei traditionellen Reedereien wie Cunard weiterhin formellere Abende. Deshalb lohnt sich vor der Reise ein Blick in die Kleidungsempfehlungen der Reederei. Badebekleidung gehört unabhängig vom Dresscode normalerweise nicht ins Hauptrestaurant.
D wie Dock
Ein Dock wird für Bau, Wartung und Reparatur von Schiffen benötigt. Kreuzfahrtschiffe verbringen regelmäßig mehrere Wochen in einer Werft, um technische Arbeiten, Klasseprüfungen und Modernisierungen durchführen zu lassen. Bei einem Trockendock wird das Wasser entfernt, sodass auch Propeller, Ruder, Stabilisatoren und der komplette Unterwasserrumpf erreichbar sind.
E wie Einschiffung
Die Einschiffung ist der offizielle Beginn der Kreuzfahrt. Nach Check-in und Sicherheitskontrolle gehst du über das Terminal beziehungsweise die Gangway an Bord. Das aufgegebene Reisegepäck wird getrennt transportiert und später vor beziehungsweise in die Kabine gebracht. Wichtige Medikamente, Dokumente und persönliche Wertgegenstände gehören deshalb immer ins Handgepäck.
E wie Eintänzer oder Gentlemen Hosts
Zu den kuriosesten Traditionen klassischer Kreuzfahrten gehören die sogenannten Eintänzer oder Gentlemen Hosts. Ihre Aufgabe bestand darin, vor allem allein reisenden Damen bei Tanzveranstaltungen Gesellschaft zu leisten. Das Konzept war insbesondere auf längeren und gehobenen Kreuzfahrten verbreitet. Gute Umgangsformen, Tanzerfahrung und elegante Kleidung gehörten zu den Voraussetzungen. Heute spielen klassische Eintänzer im Kreuzfahrtmarkt nur noch eine deutlich kleinere Rolle. Das Thema bleibt aber ein interessantes Kapitel aus der Geschichte des gesellschaftlichen Bordlebens.
F wie Flagge
Die Flagge am Heck verrät, in welchem Staat ein Schiff registriert ist. Dieser sogenannte Flaggenstaat muss keineswegs mit dem Herkunftsland der Reederei übereinstimmen. Deshalb fahren auch Kreuzfahrtschiffe deutscher Marken häufig nicht unter deutscher Flagge. Der Flaggenstaat ist unter anderem für die Umsetzung und Kontrolle bestimmter internationaler Vorschriften zuständig.
G wie Gangway
Die Gangway ist die Verbindung zwischen Schiff und Land. Über sie gehen Passagiere beim Ein- und Ausschiffen sowie bei Landgängen an und von Bord. Je nach Wasserstand kann sie relativ flach oder deutlich steiler verlaufen. Das ist insbesondere für Passagiere mit eingeschränkter Mobilität wichtig.
H wie Hospital
Größere Kreuzfahrtschiffe verfügen über ein medizinisches Zentrum, das sogenannte Hospital für die Erstversorgung von Erkrankungen und Verletzungen ausgelegt ist. Es handelt sich allerdings nicht um ein Krankenhaus an Land. Bei schweren Erkrankungen kann deshalb die Ausschiffung und Behandlung in einem Krankenhaus notwendig werden. Medizinische Leistungen an Bord sind außerdem normalerweise kostenpflichtig. Eine leistungsfähige Auslandskrankenversicherung gehört daher zu den wichtigsten Reiseversicherungen für eine Kreuzfahrt.
H wie Hunde
Eine Kreuzfahrt mit dem eigenen Hund ist auf klassischen Kreuzfahrtschiffen nur äußerst selten möglich. Eine berühmte Ausnahme ist die Queen Mary 2 von Cunard.
Auf ausgewählten Transatlantikpassagen können Hunde und Katzen in einem eigenen Kennel-Bereich reisen. Die Queen Mary 2 verfügt aktuell über zwölf obere und zwölf untere Kennels. Die Tiere dürfen sich – abgesehen von Assistenzhunden – nicht frei im übrigen Passagierbereich bewegen. Ein Kennel Master kümmert sich um die Tiere, und selbst eigene Schwimmwesten gehören zur Sicherheitsausstattung.
Die entsprechenden Passagen können unter anderem zwischen New York, Southampton und Hamburg angeboten werden.
I wie Innenkabine
Innenkabinen besitzen kein klassisches Fenster nach draußen und gehören meistens zu den günstigsten Unterkünften auf einem Kreuzfahrtschiff. Gerade wer seine Kabine hauptsächlich zum Schlafen nutzt, kann damit viel Geld sparen. Auf einigen neueren Schiffen gibt es zudem virtuelle Fenster oder digitale Außenansichten. Wer dagegen Tageslicht, frische Luft und einen privaten Blick aufs Meer schätzt, sollte eine Außen- oder Balkonkabine wählen.
J wie Jungfernfahrt
Als Jungfernfahrt wird traditionell die erste reguläre Reise eines neuen Schiffes bezeichnet. Sie findet normalerweise nach Fertigstellung, Probefahrten und Ablieferung durch die Werft statt. Eine Schiffstaufe kann davor, währenddessen oder sogar erst einige Zeit nach der Jungfernfahrt stattfinden. Die beiden Ereignisse sind deshalb nicht zwangsläufig identisch.
K wie Kabine
Innenkabine, Meerblickkabine, Balkonkabine, Verandakabine oder Suite: Die Auswahl ist mittlerweile riesig. Neben der Kategorie spielt auch die Lage eine wichtige Rolle. Kabinen in der Schiffsmitte und auf niedrigeren Decks bewegen sich bei Seegang tendenziell weniger als Unterkünfte weit vorne oder hinten auf hohen Decks. Wer geräuschempfindlich ist, sollte außerdem darauf achten, was sich über und unter der Kabine befindet. Pooldecks, Theater, Nachtclubs oder Restaurants können zu bestimmten Tageszeiten hörbar sein.
K wie Kapitän
Der Kapitän trägt die oberste Verantwortung für Schiff, Besatzung und Passagiere. Er entscheidet gemeinsam mit der nautischen Führung unter anderem über Navigation und sicherheitsrelevante Maßnahmen.
Die Vorstellung, dass der Kapitän permanent selbst am Steuerrad steht, gehört dagegen eher ins Kino. Auf der Brücke arbeiten nautische Offiziere im Wachsystem, während moderne Kreuzfahrtschiffe über hochentwickelte automatische Navigations- und Steuerungssysteme verfügen.
K wie Kiellegung
Die Kiellegung gehört zu den traditionellen Meilensteinen beim Schiffbau. Früher wurde dabei tatsächlich der Kiel eines Schiffes gelegt. Im modernen Blockbau ist die Zeremonie eher symbolischer Natur: Der erste große Schiffsblock wird im Baudock positioniert. Eine alte Tradition lebt trotzdem weiter. Häufig werden Münzen als Glücksbringer unter einem Baublock platziert. Die Zeremonie soll Schiff und Besatzung Glück bringen.
L wie Landgang
Während eines Hafenaufenthalts kannst du entweder einen organisierten Ausflug buchen oder den Hafen individuell erkunden. Organisierte Reedereiausflüge bieten vor allem den Vorteil einer abgestimmten Organisation. Bei individuellen Landgängen bist du dagegen selbst dafür verantwortlich, rechtzeitig zum Schiff zurückzukehren. Entscheidend ist nicht die geplante Abfahrtszeit des Schiffes, sondern die veröffentlichte „All aboard“-Zeit. Wer diese verpasst, muss unter Umständen auf eigene Kosten zum nächsten Hafen nachreisen.
L wie längste Kreuzfahrt
Reisen rund um den Globus gehören zu den spektakulärsten Angeboten der Branche. Royal Caribbean absolvierte mit der Serenade of the Seas von Dezember 2023 bis September 2024 die „Ultimate World Cruise“. Die komplette Weltreise dauerte 274 Nächte und führte über alle sieben Kontinente.
Weltreisen mit mehr als 100 Tagen gehören mittlerweile zum festen Programm verschiedener Reedereien – darunter AIDA, Cunard, MSC Cruises, Phoenix Reisen und weitere Anbieter.
L wie längstes Kreuzfahrtschiff
2026 bilden die rund 365 Meter langen Schiffe der Icon-Klasse von Royal Caribbean die Spitzengruppe. Icon of the Seas, Star of the Seas und Legend of the Seas erreichen jeweils knapp 249.000 BRZ und sind damit deutlich größer als frühere Rekordhalter der Oasis-Klasse.
Bemerkenswert ist die Geschwindigkeit dieser Entwicklung: Schiffe, die vor wenigen Jahren noch als kaum vorstellbare Giganten galten, sind inzwischen von einer neuen Generation überholt worden.
M wie Muster Station
Die Muster Station ist der Sammelplatz, den ein Passagier im Notfall aufsuchen muss. Welcher Bereich vorgesehen ist, wird normalerweise auf der Bordkarte, in der Kabine oder in der App angezeigt. Die Einweisung in die Sicherheitsabläufe gehört verpflichtend zum Reisebeginn. Bei AIDA findet die Seenotrettungsübung beispielsweise grundsätzlich vor dem Auslaufen statt. Internationale Regeln schreiben entsprechende Sicherheitsunterweisungen für Passagiere vor.
N wie nautische Meile
Auf See werden Entfernungen häufig in nautischen Meilen angegeben. Eine nautische Meile entspricht exakt 1.852 Metern. Die Geschwindigkeit eines Schiffes wird dagegen in Knoten gemessen. Ein Knoten entspricht einer nautischen Meile pro Stunde. Fährt ein Kreuzfahrtschiff beispielsweise mit 20 Knoten, legt es in einer Stunde rund 37 Kilometer zurück.
O wie Overnight
Bleibt ein Kreuzfahrtschiff über Nacht in einem Hafen, wird dies häufig als Overnight bezeichnet. Für Passagiere ist das besonders interessant: Der Landgang endet nicht bereits am Nachmittag oder frühen Abend. Dadurch lassen sich Restaurants, Nachtleben und Abendveranstaltungen am Reiseziel erleben. Sogenannte Overnights werden gerne bei langen Weltreisen oder in Metropolen wie New York, Dubai, Singapur oder Sydney eingesetzt.
P wie Pier
Eine Pier ist ein Anleger, an dem ein Schiff festmachen kann. Kreuzfahrthäfen besitzen teilweise mehrere Piers und Terminals. Der genaue Liegeplatz kann sich auch kurzfristig ändern. Deshalb sollte vor einem individuellen Landgang oder Transfer immer geprüft werden, an welchem Terminal das Schiff tatsächlich liegt.
P wie Pilot oder Lotse
Auch erfahrene Kapitäne kennen nicht jeden Hafen, jede Strömung und jede Fahrrinne weltweit bis ins Detail. Deshalb kommen bei vielen Hafenein- und -ausfahrten Lotsen an Bord, dessen Anwesenheit eine Pflicht ist. Diese lokalen Experten beraten die Schiffsführung bei der Navigation. Der Kapitän bleibt dabei grundsätzlich für das Schiff verantwortlich. Der Lotse bringt jedoch seine detaillierten Ortskenntnisse ein.
Q wie Queen Mary 2
Die Queen Mary 2 ist eines der ungewöhnlichsten Passagierschiffe der Gegenwart. Cunard konzipierte sie speziell auch für regelmäßige Atlantiküberquerungen zwischen Europa und Nordamerika. Ihre Konstruktion unterscheidet sich deshalb in verschiedenen Punkten von klassischen Kreuzfahrtschiffen. Dazu kommt das traditionelle Bordleben – und die bereits erwähnten Hundezwinger. Eine Transatlantikpassage mit der Queen Mary 2 ist damit eher eine moderne Interpretation der großen Ocean-Liner-Tradition als eine typische Hafen-zu-Hafen-Kreuzfahrt.
R wie Reede
Liegt ein Schiff auf Reede, befindet es sich außerhalb des eigentlichen Hafenliegeplatzes vor Anker beziehungsweise in einem dafür vorgesehenen Seegebiet. Passagiere werden dann normalerweise mit Tenderbooten an Land gebracht. Bei starkem Wind oder hohem Wellengang kann ein Tenderhafen aus Sicherheitsgründen kurzfristig gestrichen werden. Das ist einer der Gründe, warum Kreuzfahrtrouten grundsätzlich Änderungen unterliegen können.
R wie Ritz-Carlton auf See
Die erste Yacht Evrima nahm 2022 den Betrieb auf. Inzwischen gehören auch Ilma und Luminara zur Ritz-Carlton Yacht Collection. Das Konzept verbindet Elemente eines Luxushotels mit einem vergleichsweise kleinen Kreuzfahrt- beziehungsweise Yachterlebnis. Evrima verfügt beispielsweise lediglich über 149 Suiten, Ilma über 224 und Luminara über 226 Suiten.
S wie Seetag
Ein Seetag ist ein Reisetag ohne Hafenanlauf. Gerade auf längeren Kreuzfahrten sind Seetage ein wichtiger Bestandteil des Reiseerlebnisses. Restaurants, Wellnessbereiche, Sportangebote und Entertainment können dann besonders intensiv genutzt werden. Auf Transatlantikreisen sind sogar mehrere aufeinanderfolgende Seetage üblich. Wer seine erste Kreuzfahrt plant und unsicher hinsichtlich Seekrankheit ist, sollte diesen Punkt bei der Routenauswahl berücksichtigen.
S wie Seenotrettungsübung
Die Seenotrettungsübung gehört zu jeder Kreuzfahrt. Passagiere erfahren dabei, wie sie sich in einer Notsituation verhalten müssen und welche Muster Station für sie vorgesehen ist.
Durch digitale Verfahren ist die Übung bei manchen Reedereien inzwischen komfortabler geworden. Teile der Sicherheitseinweisung können beispielsweise per App oder Kabinen-TV erfolgen. Bestimmte vorgeschriebene Schritte müssen trotzdem an Bord absolviert werden.
AIDA führt die Übung weiterhin vor dem Auslaufen des Schiffes durch.
S wie Steuerbord und Backbord
Backbord bezeichnet in Fahrtrichtung die linke Seite eines Schiffes, Steuerbord die rechte. Eine klassische Eselsbrücke: „Backbord“ und „links“ enthalten beide kein „r“, während „Steuerbord“ und „rechts“ eines besitzen. Positionslichter helfen zusätzlich: Backbord wird durch Rot, Steuerbord durch Grün gekennzeichnet.
S wie Straße von Messina
Die Straße von Messina trennt Sizilien vom italienischen Festland. Sie ist ungefähr 32 Kilometer lang und an ihrer engsten Stelle nur wenige Kilometer breit. Für Kreuzfahrtgäste ist die Passage besonders sehenswert. Je nach Route ziehen die Schiffe sehr nah an Messina auf Sizilien und der kalabrischen Küste vorbei. Die Meerenge ist zudem für ihre komplexen Strömungsverhältnisse bekannt – bereits in der griechischen Mythologie spielten die Seeungeheuer Skylla und Charybdis hier eine Rolle.
S wie Suezkanal
Der Suezkanal gehört zu den bedeutendsten Wasserstraßen der Welt und verbindet Mittelmeer und Rotes Meer. Heute weist die Suez Canal Authority eine Gesamtlänge von rund 193,3 Kilometern aus. Der Kanal wurde seit seiner Eröffnung 1869 mehrfach ausgebaut und erweitert. Für Kreuzfahrtgäste ist eine Suezkanal-Passage ein besonderes Erlebnis: Das Schiff bewegt sich über Stunden scheinbar mitten durch die Wüste.
T wie Tendern
Kann ein Kreuzfahrtschiff nicht direkt im Hafen anlegen, werden Passagiere mit kleineren Tenderbooten an Land gebracht. Als Tender dienen entweder eigene Rettungsboote des Schiffes oder Boote lokaler Anbieter. Für den Landgang muss zusätzliche Zeit eingeplant werden. Besonders morgens können sich Warteschlangen bilden. Menschen mit eingeschränkter Mobilität sollten außerdem prüfen, ob der Ein- und Ausstieg für sie möglich ist.
T wie Titanic
Kaum ein Schiff fasziniert bis heute so sehr wie die Titanic. Deshalb gibt es seit Jahren Pläne für Nachbauten. Der australische Unternehmer Clive Palmer stellte seine Pläne für Titanic II 2024 erneut vor und nannte zunächst 2027 als Ziel für eine Jungfernfahrt von Southampton nach New York. Bis 2026 existiert jedoch weiterhin kein öffentlich bestätigter Bauvertrag beziehungsweise tatsächlicher Baustart. Der genannte Termin 2027 ist damit nicht mehr realistisch. Auch das chinesische Romandisea-Titanic-Projekt blieb unvollendet. Die lange angekündigte Eröffnung fand nicht statt.
T wie Trinkgeld
Beim Trinkgeld unterscheiden sich die Reedereien erheblich. Bei einigen deutschen Anbietern ist das Trinkgeld bereits im Reisepreis enthalten. Internationale Reedereien berechnen dagegen häufig automatisch eine tägliche Servicegebühr pro Person oder empfehlen einen bestimmten Betrag. Deshalb lohnt sich vor der Buchung ein Blick in die Preisbestandteile. Gerade bei einer zwei- oder dreiwöchigen Reise können tägliche Trinkgelder einen spürbaren Teil der Nebenkosten ausmachen.
U wie Upgrade
Ein Upgrade bedeutet den Wechsel in eine höhere Kabinenkategorie. Das kann beispielsweise von einer Innen- in eine Außenkabine oder von einer Balkonkabine in eine Suite erfolgen. Manche Reedereien bieten vor der Reise kostenpflichtige Upgrade-Auktionen an. Ein Upgrade muss allerdings nicht automatisch eine bessere Kabinenlage bedeuten. Wer großen Wert auf eine bestimmte Position an Bord legt, sollte deshalb genau prüfen, welche Kabine tatsächlich zugeteilt wird.
V wie Völkerfreundschaft
Die MS Völkerfreundschaft gehört zu den interessantesten Kapiteln deutscher Kreuzfahrtgeschichte. Das Schiff wurde 1948 als Stockholm in Dienst gestellt und kollidierte 1956 vor der amerikanischen Küste mit der Andrea Doria. Vier Jahre später kaufte die DDR das Schiff und setzte es als Völkerfreundschaft ein. Zwischen 1960 und 1985 war es das bekannteste Urlauberschiff der DDR. Später wechselte es mehrfach Namen und Besitzer und fuhr zuletzt als Astoria. 2026 befindet sich das ehemalige DDR-Urlauberschiff im belgischen Gent beim Recyclingunternehmen Galloo und wird Stück für Stück zerlegt. Bis Ende 2026 soll die Verschrottung abgeschlossen sein. Damit endet nach fast acht Jahrzehnten die außergewöhnliche Geschichte des Schiffes.
V wie Vollpension
Vollpension bedeutet bei einer Kreuzfahrt normalerweise, dass Frühstück, Mittagessen und Abendessen im Reisepreis enthalten sind. Was darüber hinaus inklusive ist, unterscheidet sich allerdings erheblich. Manche Reedereien schließen zahlreiche Getränke ein, andere berechnen sie separat oder bieten Getränkepakete an. Selbst innerhalb einer Reederei können sich die Leistungen je nach gebuchtem Tarif unterscheiden. AIDA unterscheidet beispielsweise inzwischen mehrere Tarife mit beziehungsweise ohne integrierte Getränkepakete.
W wie Weltreise
Eine Weltreise gilt für viele Kreuzfahrtfans als die Königsdisziplin. Typische Kreuzfahrt-Weltreisen dauern mehrere Monate und verbinden Europa mit Amerika, dem Pazifik, Australien, Asien und weiteren Regionen. Je nach Route werden dabei mehrere Dutzend Länder und Häfen besucht.
Interessant ist das Bordleben: Wer drei, vier oder sogar neun Monate auf demselben Schiff verbringt, erlebt eine vollkommen andere Kreuzfahrt als auf einer klassischen siebentägigen Reise. Crew und Mitreisende werden über Wochen oder Monate zu festen Bestandteilen des Alltags.
X wie X-Bow
Der X-Bow ist eine ungewöhnliche Bugform, die vor allem bei Expeditions- und Spezialschiffen eingesetzt wird. Anders als der klassische nach vorne ausladende Schiffsbug fällt ein X-Bow im oberen Bereich nach hinten ab. Die Konstruktion kann das Verhalten des Schiffes bei Wellengang verbessern und Bewegungen sowie Energieverbrauch reduzieren. Bei modernen Expeditionsschiffen sind solche innovativen Bugformen inzwischen häufiger zu sehen.
X wie Xploration
Für das X im Kreuzfahrt-ABC gibt es noch eine passende Besonderheit: die Celebrity Xploration. Der Katamaran besitzt gerade einmal acht Kabinen für maximal 16 Gäste und fährt auf den Galapagosinseln. Damit steht die Xploration für das komplette Gegenteil der heutigen Megaschiffe mit 5.000, 6.000 oder sogar mehr als 7.000 Passagieren.
Y wie Yacht
Die Grenzen zwischen Kreuzfahrtschiff und Yacht werden zunehmend fließend. Anbieter wie Ritz-Carlton Yacht Collection, Emerald Cruises oder Scenic setzen auf kleinere Schiffe mit deutlich weniger Passagieren, großzügigen Suiten und einer teilweise yachtähnlichen Atmosphäre. Der Vorteil kleinerer Schiffe: Sie können Häfen und Buchten erreichen, die für Megaschiffe nicht zugänglich sind.
Z wie Zodiac
Zodiacs sind kleine, robuste Schlauchboote und aus der Expeditionskreuzfahrt kaum wegzudenken. Mit ihnen werden Gäste vom Expeditionsschiff an abgelegene Strände, durch Eislandschaften oder zu Tierbeobachtungen gebracht. Zodiacs ermöglichen Landgänge an Orten ohne Hafen oder Pier. Besonders in der Antarktis, Arktis und auf anderen Expeditionsrouten gehören sie zum alltäglichen Transportmittel.
Z wie Zoll
Auch auf einer Kreuzfahrt gelten Einfuhr- und Zollbestimmungen. Das betrifft beispielsweise Alkohol, Tabakwaren, Lebensmittel, Souvenirs aus tierischen oder pflanzlichen Materialien und Waren oberhalb bestimmter Freigrenzen. Besondere Aufmerksamkeit ist bei Reisen geboten, die EU-Gebiet verlassen oder Häfen mit speziellen steuerrechtlichen Regelungen anlaufen.
Auch die Reedereien selbst können strengere Regeln haben. Bei AIDA dürfen beispielsweise bei der Einschiffung grundsätzlich keine eigenen alkoholischen Getränke mitgebracht werden. Während der Reise gelten für an Land gekauften Alkohol eigene Grenzen.
Kreuzfahrtwissen verändert sich ständig
Kreuzfahrten verbinden jahrhundertealte Seefahrtstraditionen mit einer Branche, die sich rasant entwickelt. Begriffe wie Backbord, Steuerbord, Lotse oder nautische Meile sind seit Generationen Teil der Seefahrt. Andere Themen verändern sich innerhalb weniger Jahre.
Die Symphony of the Seas war einmal das größte Kreuzfahrtschiff der Welt und wurde inzwischen mehrfach übertroffen. Aus der angekündigten Ritz-Carlton-Yacht ist mittlerweile eine eigene Luxuskreuzfahrtflotte geworden. Die Völkerfreundschaft alias Astoria hat nach fast 80 Jahren endgültig ihre letzte Reise hinter sich. Gleichzeitig entstehen neue Schiffsklassen mit Dimensionen und Angeboten, die vor wenigen Jahren kaum vorstellbar waren.
Genau deshalb lohnt sich ein aktuelles Kreuzfahrtwissen von A bis Z – egal, ob du deine erste Kreuzfahrt planst oder bereits zahlreiche Reisen auf dem Meer erlebt hast. Noch nicht genug von unnützem Wissen über Schiffe und Kreuzfahrten? Dann bleibt dran oder schreibt uns. Wir ergänzen diesen Beitrag stetig weiter.





